Uni Stuttgart, Keplerstr. 17, Tiefenhörsaal 17.02, 11.30 Uhr
Der Klimawandel ist die derzeit größte Herausforderung der Menschheit. Während dieser beängstigend klare Sachverhalt von manchen noch immer bestritten wird, arbeitet die Wissenschaft an Methoden der Erwärmungsdämpfung, die man bis vor kurzem noch für reinste Science-Fiction-Fantasie gehalten hätte. Solche Forschungen finden auch in Stuttgart statt. Der Raumfahrtingenieur und Klimaforscher Tharshan Maheswaran stellt ein Projekt zur Abschattung der Erde durch riesige Sonnenschutzschilde vor, durch Sunshades, die am Sonne-Erde-Lagrange Punkt L1, einem stationären Punkt zwischen Sonne und Erde, platziert werden könnten. Dieser Punkt im Weltraum bietet die ideale Ausgangsposition, um die Erde gezielt vor einem Teil der Sonneneinstrahlung zu schützen und so die Erderwärmung zu reduzieren. Gefertigt würden diese Schilde im Weltraum, weil ein Raketentransport fertiger Teile in mehrerlei Hinsicht unmöglich wäre. Aber auch das Baumaterial muss nicht von der Erde kommen. Maheswarans Konzeopt sieht die Gewinnung von Ressourcen auf dem Mond vor. Und er nennt Skeptikern, die das für eine zwar spannende, aber viel zu spät fertig werdende Technologie halten, die wohl erst Mitte des nächsten Jahrhunderts umsetzbar wäre, einen ganz anderen Zeitrahmen. Nach seiner Kalkulation könnten die ersten Sunshades bereits bis 2060 einsatzbereit sein.